MAIK M. PAULSEN IN DER BERLINER MORGENPOST

Interview mit dem Falschspieler Maik M. Paulsen aus Berlin.

Im Juli 2016 hat die Berliner Morgenpost einen Zeitungs-Artikel über Maik M. Paulsen veröffentlicht.

Auf einer ganzen Seite berichtet die Tageszeitung über die Arbeit von Maik M. Paulsen und sein wirken als Falschspieler, Hauszauberer des Wintergarten Varieté Berlin und seine Tätigkeit als Tourneemanager der Absolventenshow der Staatlichen Artistenschule Berlin.

Die Tageszeitung der Funke-Mediengruppe ist mich einer Auflage von ca. 85.000 Exemplaren eine der größten und wichtigsten Tageszeitungen in Berlin. Die Berliner Morgenpost erreicht täglich im Durchschnitt 280.000 Leser.

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Der ehrliche Falschspieler

Zauberkünstler Maik Paulsen ist ein meister der Kartentricks. Und er organisiert die Absolventen-Gala der Staatlichen Artistenschule Berlin. „Initial“ heißt die 12. Show, die jetzt deutschlandweit auf Tournee geht.

von Ulrike Borowczyk

Die Fotosession bedeutet das Aus für zwei Kartenspiele. Der Kameralinse entgegengeschleudert, landen Asse, Buben, Damen, Könige geknickt auf dem Asphalt und sind reif für die Mülltonne. Maik Paulsen kennt das schon. Mindestens drei Sätze Karten segnen bei ihm pro Woche das Zeitliche. „Durch das Halten in der Hand dringt Schweiß in die Karten ein. Die sind dann nicht mehr zu gebrauchen“, erklärt er. Der 33-jährige muss es wissen. Er ist nämlich hauptberuflicher Falschspieler. Allerdings nicht von der kriminellen Sorte, sondern „der ehrlichste Falschspieler der Welt“. So lautet zumindest seine Eigenwerbung. Maik Paulsen ist Falschspiel-Entertainer und Zauberkünstler. Dabei hat er auf der Artistenschule Berlin eigentlich eine professionelle Ausbildung in den Spezialgebieten Jonglage und Hochrad absolviert, ist staatlich geprüfter Artist. Aber schon beim Abschluss wurde deutlich, dass der Norddeutsche immer wieder neue Herausforderungen sucht. Seit 2004 beenden die frischgebackenen Absolventen ihre Ausbildung mit einer feierlichen Gala im Wintergarten. Das reichte Paulsen nicht: „Ich habe mit elf Kommilitonen das Projekt der Absolventenshow erfunden“. Damit starteten sie 2005 eine deutschlandweite Tour. Die Idee war, die frischgebackenen Absolventen erste Erfahrungen sammeln zu lassen. Und dabei einem breiten Publikum, vor allem aber den Strippenziehern der großen Varietés vorzustellen. Simpel und effektiv. „Wir haben unsere Kontakte angerufen und so17 Shows organisiert“, sagt Paulsen. Weil das bestens funktioniert hat, wurde er vom Folgejahrgang gefragt, ob er das Tourmanagement wieder übernimmt. Paulsen macht den Job heute noch. „Das ist viel Arbeit, die über das ganze Jahr läuft. Wir planen jetzt schon die Shows für 2017“, sagt er.

Die Shows werden während der Schulzeit erarbeitet
Im Laufe der Jahre sind immer mehr Spielorte und Shows hinzu gekommen. Die Tournee 2015 war mit 40 Auftritten an 27 Spielorten die bislang erfolgreichste. Dieses mal stehen insgesamt 35 Gastspiele an 26 Orten auf dem Programm. Darunter die großen GOP Varieté-Theater in München und Münster sowie das Friedrichsbau Varieté in Stuttgart. Höhepunkt sind aber definitiv die Auftritte im Berliner Wintergarten Varieté. Hier findet zwei Wochen nach der Abschlussprüfung die glanzvolle 12. Absolventengala am 19. Juli mit der Show „Initial“ statt. „Der Titel verweist auf den Start ins Berufsleben“, sagt Paulsen. Der Artistenjahrgang 2016 mit neun Absolventen zeigt in der Regie von Karl-Heinz Helmschrot aufregende Körperkunstkreationen in den Disziplinen Luftring, Vertikaltuch, Handstand-Equilibristik, Doppeltanz-Trapez, Spinning-Pole und Diabolo. Die Produktionen werden noch während der Schulzeit erarbeitet und sind für Paulsen etwas ganz Besonderes: „ Jede Show ist neu und komplett anders als die des vorherigen Jahrgangs. Die Künstler sind jung, frisch und unverbraucht. Keine Artisten die seit 15 Jahren immer den gleiche Act zeigen.“ Paulsen selbst agiert hinter den Kulissen. „Ich stecke die Rahmenbedingungen ab, organisiere Logistik und Spielorte“, erklärt er. Bei den zahlreichen Aufgaben zählen Details. Paulsen kennt die Größe jeder einzelnen Bühne, weis wie sie technisch eingerichtet werden muss. Damit das überall klappt, leitet er mit seinem Kollegen nicht nur die Produktion, er begleitet die Tournee auch. Durch die Gastspielreise ruht Paulsens eigentliche Profession drei Monate im Jahr. „Wäre ich nur Falschspieler und Zauberer, würde es sehr langweilig sein. Ich brauche die Abwechslung zwischen der strukturierten Arbeit eines Kulturmanagers und der freien Arbeit eines Künstlers“, sagt er. Langeweile ist etwas, was Maik Paulsen nur schwer ertragen kann. Geboren wurde er 1983 in der Lüneburger Heide. „Aufgewachsen bin ich in einem 300-Seelen-Dorf, in dem es mehr Kühe als Einwohner gab. Das ist leider kein Witz“, seufzt er. Weil es dort richtig öde war, fing er mit 12 Jahren an zu jonglieren, brachte sich alles Nötige autodidaktisch bei. Es folgte das Einradfahren. Bald jonglierte er mit dem zwei Meter hohen Gefährt mit Feuer. Circensisch eine tolle Leistung. Mit 16 war ihm das heimische Kaff zu klein. Er fuhr mit zwei Gleichgesinnten an die Ostsee. „Wir hatten einen Einkaufswagen mit Requisiten dabei haben zu dritt Straßentheater gemacht“, erinnert er sich. Statt als Artist durchzustarten, machte Paulsen nach der Mittleren Reife jedoch eine Ausbildung zum Friseur. „ Mir war aber schon mit 14 Jahren klar, dass ich auf die Artistenschule will“, sagt er. Ehrgeizig arbeitet er trotz der Anforderungen in der Ausbildung weiter an seinem Traum hin und ging schließlich nach Berlin. 2005 schloss er die Artistenschule mit einem beeindruckendem Trick ab: „ Ich habe eine Zeitung auf dem Kopf balanciert, fünf Ringe jongliert und einem Ring am Fuß gedreht.“

Vom staatlich geprüften Jongleur zum Zauberer
Doch dann war Schluss mit der Jonglage. „Ich hatte mein Ziel innerlich erreicht und konnte mir nicht vorstellen, das jetzt die nächsten 40 Jahre lang zu machen“, gesteht er. Plötzlich hatte er die fixe Idee, Zauberer werden zu wollen. „Ich habe mir im Zauberladen ein Kartenspiel gekauft und angefangen zu üben. Wie bei der Jonglage kam das aus dem nichts heraus“, bekennt er. Um die Zauberei von der Pike auf zu lernen, machte er mit André Kursch und Axel Hecklau einen Deal. Die Profizauberer haben mit ihrem „Close-Up-Club“ eine intime Magic-Show im Oxymoron geschaffen. „Ich habe da als Techniker angefangen und im Gegenzug Zauberunterricht bekommen“ so Paulsen. Längst schon ist er bei Kartentricks selbst ein Ass. Als Falschspieler gebucht, bringt er heute sein eigenes mobiles Spielcasino mit, versetzt sein Publikum in Staunen. Mittlerweile ist Maik Paulsen auch offizieller Hauszauberer im Wintergarten. Vor den Shows und in der Pause zeigt er Tricks direkt an den Tischen. Sehnsucht nach der großen Bühne hat er nicht. „Mir sind die unmittelbaren Situationen viel lieber, in denen man nicht weiß, was als nächstes passiert“, sagt er.

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